Ursachen und Schweregrade
Typisch ist ein Sturz auf die Schulter, etwa beim Velofahren, Skifahren oder im Kontaktsport. Je nachdem, welche Bänder reissen und wie weit sich das Schlüsselbein verschiebt, unterscheidet man nach Rockwood sechs Schweregrade:
- Typ I und II: Zerrung oder Riss der Gelenkbänder, kaum Verschiebung
- Typ III: zusätzlich Riss der kräftigen Bänder zum Rabenschnabelfortsatz, deutliche Stufe
- Typ IV bis VI: starke Verschiebung des Schlüsselbeins nach hinten, oben oder unten
Neben Unfällen verursacht auch eine Abnützung des AC-Gelenks (AC-Arthrose) Schmerzen, häufig bei Kraftsport oder Überkopfarbeit.
Typische Beschwerden
- Schmerz und Schwellung oben auf der Schulter
- Sichtbare Stufe, das Schlüsselbein lässt sich wie eine Klaviertaste herunterdrücken
- Schmerzen, wenn man den Arm vor der Brust zur Gegenseite führt
- Schmerzen beim Liegen auf der Schulter
Abklärung
Entscheidend sind Röntgenbilder beider Schultern im Vergleich, ergänzt durch spezielle Aufnahmen zur Beurteilung der Verschiebung nach hinten. Bei unklaren Befunden oder Verdacht auf Begleitverletzungen folgt eine MRI-Untersuchung.
Behandlung
Typ I und II behandle ich konservativ: kurz eine Schlinge, Kühlen, Schmerzmittel und frühe Physiotherapie. Nach zwei bis sechs Wochen ist meist wieder Sport möglich.
Typ III wird individuell entschieden. Viele Betroffene kommen ohne Operation gut zurecht. Bei Überkopfsportlern, körperlich schwer Arbeitenden oder anhaltenden Beschwerden kann eine Stabilisierung sinnvoll sein.
Typ IV bis VI sollten operiert werden, idealerweise innerhalb der ersten zwei bis drei Wochen. Das Schlüsselbein wird reponiert und mit einem stabilen Fadensystem oder einer Platte fixiert. Bei veralteten Verletzungen ist eine Bandplastik mit einem Sehnentransplantat nötig.
Nachbehandlung
Nach einer Operation trägt man die Schlinge etwa sechs Wochen. Schwere Lasten und Kontaktsport sind für rund drei Monate tabu. Die meisten Patientinnen und Patienten erreichen danach wieder ihre volle Funktion.