Die häufigsten Brüche
Oberarmkopfbruch (proximale Humerusfraktur): Er tritt vor allem bei älteren Menschen nach einem einfachen Sturz auf, oft bei Osteoporose. Die Mehrzahl ist wenig verschoben und heilt ohne Operation.
Schlüsselbeinbruch (Klavikulafraktur): Häufig bei jüngeren Menschen nach einem Velo- oder Sportsturz. Auch hier heilen viele Brüche konservativ.
Pfannenbruch (Glenoidfraktur): Er entsteht oft zusammen mit einer Schulterluxation. Ein abgesprengtes Knochenstück am Pfannenrand kann zu einer bleibenden Instabilität führen.
Schulterblattbruch (Skapulafraktur): Meist Folge eines starken Aufpralls und selten operationsbedürftig.
Abklärung
Röntgenbilder in mehreren Ebenen zeigen den Bruch. Für die Planung einer Operation ist häufig eine Computertomographie (CT) nötig. Nach einem Bruch durch einen einfachen Sturz empfehle ich zudem eine Abklärung auf Osteoporose, um weiteren Brüchen vorzubeugen.
Behandlung
Ohne Operation: Wenig verschobene Brüche werden für zwei bis drei Wochen in einer Schlinge ruhiggestellt. Danach beginnt die Physiotherapie, damit die Schulter nicht einsteift. Regelmässige Röntgenkontrollen stellen sicher, dass der Bruch in guter Stellung heilt.
Mit Operation: Deutlich verschobene Brüche fixiere ich mit einer winkelstabilen Platte oder einem Nagel. Beim Schlüsselbein senkt eine Platte bei stark verschobenen oder verkürzten Brüchen das Risiko, dass der Knochen nicht zusammenwächst. Bei Trümmerbrüchen des Oberarmkopfs im höheren Alter ist eine inverse Schulterprothese oft die zuverlässigere Lösung, weil sie nicht vom Einheilen der Knochenfragmente abhängt.
Nachbehandlung
Die grösste Gefahr nach einem Schulterbruch ist die Einsteifung. Deshalb beginnen wir so früh wie möglich mit geführten Bewegungsübungen. Ein Knochen braucht etwa sechs Wochen, um stabil zu heilen. Die volle Kraft kehrt meist nach drei bis sechs Monaten zurück.