Ursachen
Warum sich Kalk in der Sehne bildet, ist nicht vollständig geklärt. Mit Abnützung oder der Ernährung hat es nichts zu tun: Kalziumreiche Nahrung fördert die Kalkschulter nicht. Typisch ist ein Kreislauf aus Kalkbildung, einer oft beschwerdearmen Ruhephase und der Auflösung des Kalks. Bei der Auflösung reagiert der Körper mit einer heftigen Entzündung.
Nicht jeder Kalk macht Beschwerden. Häufig ist er ein Zufallsbefund auf einem Röntgenbild.
Typische Beschwerden
- In der Ruhephase: belastungsabhängige Schmerzen, ähnlich wie beim Impingement
- In der Auflösungsphase: plötzliche, sehr starke Schmerzen, der Arm ist kaum beweglich
- Ausgeprägter Nachtschmerz
Abklärung
Ein Röntgenbild zeigt das Kalkdepot. Im Ultraschall lassen sich Grösse und Konsistenz beurteilen: Weicher, sich auflösender Kalk wird anders behandelt als ein hartes Depot. Eine MRI-Untersuchung braucht es nur bei Verdacht auf weitere Schäden.
Behandlung
In der akuten Phase helfen entzündungshemmende Medikamente, Kühlen und eine Kortison-Infiltration in den Schleimbeutel. Die Schmerzen klingen meist innerhalb weniger Wochen ab.
Bei länger anhaltenden Beschwerden stehen Physiotherapie, die Stosswellentherapie und die ultraschallgesteuerte Kalkspülung zur Verfügung. Bei der Spülung wird das Depot mit einer Nadel angestochen und ausgewaschen.
Eine Operation empfehle ich, wenn die Beschwerden trotz konsequenter Therapie über etwa sechs Monate anhalten. Der Kalk wird dabei arthroskopisch entfernt. Mehr dazu unter Arthroskopische Chirurgie.
Prognose
Die Kalkschulter hat eine gute Prognose. Nach einer arthroskopischen Kalkentfernung folgt eine kurze Schonung, die Physiotherapie beginnt früh. Die meisten Patientinnen und Patienten sind nach einigen Wochen bis Monaten beschwerdefrei.