Pathologien des Ellenbogens

Ellenbogen · Erkrankungen

Tennisellenbogen und Golferellenbogen

Der Tennisellenbogen betrifft die Sehnenansätze an der Aussenseite des Ellenbogens, der Golferellenbogen jene an der Innenseite. Trotz der Namen entstehen die Beschwerden selten durch Sport, sondern meist durch wiederholtes Greifen und Drehen bei der Arbeit. Die gute Nachricht: In den allermeisten Fällen heilen sie ohne Operation aus.

Ursachen

Es handelt sich um eine Überlastung der Sehnenansätze der Unterarmmuskulatur (Epicondylitis). Dabei ist weniger eine akute Entzündung im Spiel als ein Umbau des Sehnengewebes. Typische Auslöser sind Arbeit an Maus und Tastatur, handwerkliche Tätigkeiten, Gartenarbeit oder ein plötzlicher Trainingsanstieg. Am häufigsten betroffen sind Menschen zwischen 35 und 55 Jahren.

Typische Beschwerden

  • Schmerz am äusseren (Tennis) oder inneren (Golfer) Knochenvorsprung des Ellenbogens
  • Schmerzen beim Greifen, Händeschütteln oder Anheben einer Tasse
  • Ausstrahlung in den Unterarm
  • Nachlassende Griffkraft

Abklärung

Die Diagnose ist meist klinisch klar. Wichtig ist, andere Ursachen auszuschliessen, etwa eine Nervenkompression, eine Instabilität des Ellenbogens oder Beschwerden der Halswirbelsäule. Bei unklaren oder hartnäckigen Fällen ergänze ich Ultraschall oder MRI.

Behandlung

Der wichtigste Baustein ist eine angepasste Belastung mit gezieltem Krafttraining der Unterarmmuskulatur. Ergänzend helfen eine Epicondylitis-Spange, Physiotherapie und die Stosswellentherapie. Mehr dazu unter Konservative Therapie.

Kortison-Infiltrationen setze ich zurückhaltend ein. Sie lindern kurzfristig, verschlechtern aber laut Studien die Ergebnisse nach einem Jahr und erhöhen das Rückfallrisiko. Bei hartnäckigen Verläufen kann eine Infiltration mit Eigenblut (PRP) eine Option sein. Die Studienlage dazu ist allerdings uneinheitlich.

Rund 80 bis 90 Prozent der Betroffenen sind innerhalb eines Jahres beschwerdefrei. Eine Operation ist erst sinnvoll, wenn die Schmerzen trotz konsequenter Therapie über sechs bis zwölf Monate bestehen. Dabei wird das veränderte Sehnengewebe entfernt.

Nachbehandlung nach Operation

Nach dem Eingriff wird der Ellenbogen kurz geschont und dann früh bewegt. Ab etwa sechs Wochen beginnt der Kraftaufbau, nach rund drei Monaten ist die volle Belastung wieder möglich.

Verfasst von Dr. med. Jan Philipp Scacchi, Facharzt FMH für Orthopädie und Traumatologie, Schwerpunkt Schulter- und Ellenbogenchirurgie, ArthroClinic Bern · Stand: Oktober 2026

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Hinweis

  • Diese Übersicht ersetzt keine ärztliche Abklärung
  • Beschwerdebild und Befund entscheiden über die geeignete Therapie
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