Formen
Einfache Luxation: Nur Bänder und Kapsel sind verletzt, die Knochen sind intakt. Sie lässt sich meist ohne Operation gut behandeln.
Komplexe Luxation: Zusätzlich sind Knochen gebrochen, etwa das Speichenköpfchen oder der Kronenfortsatz der Elle. Diese Verletzungen sind instabil und müssen meist operiert werden.
Chronische Instabilität: Sie entsteht nach ungenügend verheilten Bandverletzungen, bei Wurfsportlern durch wiederholte Belastung des inneren Seitenbands oder selten nach wiederholten Kortisonspritzen bei Tennisellenbogen.
Typische Beschwerden
- Unsicherheitsgefühl und Schnappen im Ellenbogen
- Schmerzen beim Abstützen, etwa beim Aufstehen aus einem Stuhl mit Armlehnen
- Schmerzen an der Innenseite beim Werfen
- Wiederholtes «Herausspringen» des Gelenks
Abklärung
Röntgenbilder zeigen die Stellung des Gelenks und mögliche Brüche, eine Computertomographie (CT) die genaue Bruchform. Die MRI-Untersuchung beurteilt die Bänder. In der ArthroClinic kann ich die Stabilität zusätzlich unter Durchleuchtung direkt in der Bewegung prüfen.
Behandlung
Eine einfache Luxation wird eingerenkt und nur kurz ruhiggestellt. Danach beginnt die Bewegung früh, oft in einer Schiene, die nur den stabilen Bewegungsbereich freigibt. Längere Ruhigstellung führt zur Einsteifung.
Komplexe Verletzungen operiere ich: Die Brüche werden fixiert oder das Speichenköpfchen ersetzt, die Bänder wieder am Knochen befestigt. Bei einer chronischen Instabilität rekonstruiere ich das Band mit einem körpereigenen Sehnentransplantat. Mehr dazu unter Offene Chirurgie.
Nachbehandlung
Nach der Operation bewegt man den Ellenbogen früh in einer Schiene. Nach etwa sechs Wochen ist meist die volle Beweglichkeit freigegeben, nach drei Monaten beginnt der Kraftaufbau. Wurf- und Kontaktsport sind je nach Eingriff nach vier bis sechs Monaten wieder möglich.