Ursachen
Der Riss entsteht fast immer bei einer plötzlichen Belastung gegen Widerstand, wenn der gebeugte Arm gestreckt wird. Oft ist die Sehne bereits vorgeschädigt. Rauchen und die Einnahme von Anabolika erhöhen das Risiko.
Typische Beschwerden
- Plötzlicher, stechender Schmerz in der Ellenbeuge, manchmal mit hörbarem Knall
- Bluterguss an der Innenseite des Unterarms
- Der Bizepsmuskel rutscht nach oben und wirkt verformt
- Kraftverlust, vor allem beim Drehen des Unterarms, etwa beim Schraubenziehen
Abklärung
Die Diagnose lässt sich meist schon bei der Untersuchung stellen. Ein einfacher Test, bei dem ich mit dem Finger die Sehne in der Ellenbeuge suche (Hook-Test), ist sehr zuverlässig. Ultraschall oder MRI bestätigen den Riss und zeigen, ob er vollständig ist und wie weit sich die Sehne zurückgezogen hat.
Behandlung
Mit Operation: Bei aktiven Menschen empfehle ich die Refixation. Die Sehne wird über einen kleinen Schnitt in der Ellenbeuge mit einem Fixationsknopf oder Knochenanker wieder an der Speiche befestigt. Idealerweise erfolgt der Eingriff innerhalb von zwei bis drei Wochen. Später zieht sich die Sehne zurück und vernarbt, dann ist manchmal ein Sehnentransplantat nötig.
Ohne Operation: Bei geringen Kraftansprüchen ist auch ein konservatives Vorgehen möglich. Die Schmerzen klingen ab, es bleibt jedoch ein deutlicher Kraftverlust: Bei der Drehung des Unterarms fehlen oft rund 40 Prozent, bei der Beugung rund 30 Prozent. Teilrisse lassen sich häufig ohne Operation behandeln.
Nachbehandlung
Nach der Operation wird der Ellenbogen früh bewegt. Schweres Heben ist für etwa sechs Wochen nicht erlaubt, der Kraftaufbau beginnt nach rund drei Monaten. Die volle Belastbarkeit ist nach vier bis sechs Monaten erreicht. Die Resultate sind sehr gut, die meisten Patientinnen und Patienten erreichen wieder nahezu ihre volle Kraft.